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Ausstellung des Nationalmuseums Sloweniens

Im Museum in der Burg von Bled ist die Dauerausstellung des Nationalmuseums Sloweniens zu besichtigen.

Die Darstellung der Geschichte des Bleder Winkels von der Entstehung der Landschaft bis in die heutige Zeit besteht aus acht Themenbereichen, die die Natur, den Alltag, das Handwerk, die Geisteskultur und all jene Faktoren verbinden, die das Leben in diesem bedeutenden Flecken Sloweniens bestimmen.

Die Themenbereiche haben folgende Titel:

  1. Das Wasser: Entstehung und Gestaltung der Landschaft;
  2. Die Landschaft: die natürliche Umgebung und der Mensch;
  3. Das Feuer: der Mensch verändert die Landschaft;
  4. Gefangen im Kreislauf der Zeit;
  5. Der Raum und seine Menschen;
  6. Das Wort: die Gesellschaft im Wandel;
  7. Homo viator / das reisende Mittelalter und
  8. Bled – ein moderner Urlaubsort.

Führung durch die Ausstellung

Die Ausstellung beginnt mit der geologischen Darstellung des Bleder Winkels mit Umgebung. Geologisch ist das Bleder Becken mit der Entstehung der Alpen verbunden. Das tektonische Becken wurde in der Eiszeit von Grundmoränen des Gletschers von Bohinj und von Flussablagerungen zugeschüttet. In diesem Raum wird daher symbolisch das erste von den drei „Elementen von Bled“ vorgestellt, die für die Entstehung der Landschaft (Wasser), die Entstehung des Menschen (Feuer) und des  Wissens (Wort) bedeutend sind. Die geologischen und natürlichen Begebenheiten bewogen die einstigen Siedler dazu, sich im Bleder Winkel und Umgebung niederzulassen.

Die Einwohner von Bled waren stark mit der natürlichen Umgebung des Bleder Winkels verbunden. Hier gab es ein angenehmes Klima, das typisch für Mittelslowenien ist, und fruchtbaren Boden. Ein großer Teil der Landschaft war in verschiedenen Epochen mit Wald bedeckt, der eine große Tierartenvielfalt hatte, während die Ebenen für Felder und Wiesen sowie der See und die Flüsse fürs Fischen geeignet waren.

Die technologischen Entdeckungen des vorgeschichtlichen Europas ermöglichten neue Handwerkskenntnisse, die auch für die vorgeschichtliche Bevölkerung von Bled von großer Bedeutung waren. Viele dieser Errungenschaften waren mit dem Feuer („Element von Bled“) verbunden, wie beispielsweise die Entwicklung der Töpferei, der Buntmetallmetallurgie, des Eisenhüttenwesens, des Glaserhandwerks und der Werkzeugverbesserung.

Das Leben der Menschen hängt von der natürlichen Umgebung, den Jahreszeiten, der Arbeit, den Kenntnissen, den Geistesvorstellungen und von wichtigen, den Alltag prägenden Ereignissen ab. Der Jahreslebenszyklus zeigt das Leben der Bevölkerung von Bled durch die Jahrhunderte hindurch. Der Rhythmus von Arbeit und Feiertagen, von Geburt und Tod, von jahrhundertealten Überlieferungen und moderner Lyrik, von Heidenbrauchtum und christlichem Glauben, von mittelalterlichen Pilgerfahrten und modernen touristischen Reisen ist eine Mischung, aus der sich das für Bled, für die Region Gorenjska und für Slowenien so typische Leben gestaltete.
Die Geisteskultur hängt mit der Geschichte des Christentums der Region um Bled zusammen. Die erste Welle der Christianisierung erfasste das weitere Gebiet des Krainer Landes und Karantaniens in der späten Antike, die zweite Welle im frühen Mittelalter.

Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte von Bled war der Beginn der Brixner Herrschaft über Bled, wie dies aus bedeutenden Schriften hervorgeht, vor allem aus der kaiserlichen Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1004 (erste Erwähnung von Bled: Veldes) und einer weiteren kaiserlichen Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1011 (erste Erwähnung der Burg von Bled). Die Burg von Bled war Mittelpunkt der Brixner Besitztümer im Bleder Winkel, die Burgkanzlei ihr Verwaltungssitz. Einige der erhaltenen alten Schriften aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts beinhalten slawische Namen, wie beispielsweise Bomislav, Bondigoiz und Treplica, Domoslav, Prisnoslav, Radegoj, Dobrogoj, Vencegoj, Zlauco/Slavko. Der historische Umriss der Burg und der Ländereien von Bled basiert auf archäologischen und historischen Daten vom 11. Jahrhundert bis zum Ende des Bestehens des Brixner Grundbesitzes (1803).
In der mittelalterlichen Denkweise wurde der Mensch als Homo viator – der Reisende bezeichnet, und zwar im doppelten Sinn: Er bewegte sich, reiste sowohl in der realen Welt als auch durch das Leben, von der Geburt bis zum Tod. Dieses komplexe Konzept stellt das Phänomen der Insel von Bled als heiligen Ort dar – ein Bestattungsort und eine Pilgerstätte.

Die Pilger – die ersten Touristen – kamen schon im Mittelalter zur Insel von Bled.  Die natürlichen Schönheiten von Bled – der idyllische See, die Insel mit der Kirche, die Burg auf dem steilen Felsen – zusammen mit den heilenden Quellen am Ostufer des Sees zogen auch andere Besucher an. In ihren Werken besang Bled eine ganze Reihe von slowenischen Dichtern und Schriftstellern, allen voran France Prešeren, der den Ort mit einem „Abbild des Paradieses“ verglich.

Bled als Thermalkurort

Dank der Tätigkeit des Schweizers Arnold Rikli wurde Bled als Thermalkurort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weltweit bekannt. Seine Heilmethode basierte auf Licht-, Luft-, Sonnen- und Wasserbädern, auf Diätkost und Aufenthalt in der Natur.
Die Ankunft von Gästen förderte den Bau von Hotels, die Renovierung von Gasthäusern und den Bau von Villen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt in jener Zeit auch die Bildung der Infrastruktur und die Verschönerung der Ortschaft. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Bled zum mondänen Ferienort, wohin Gäste aus ganz Europa kamen. In der Hochsaison fand hier ein abwechslungsreiches gesellschaftliches und kulturelles Leben statt. Mit dem Bau und der Modernisierung von Tourismuskapazitäten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Bled zum bedeutenden Kultur-, Sport- und Kongresszentrum.

Jože Hudeček (Journalist, Schriftsteller und Kunstschaffender) schrieb einst:

"Kommt ein Fremder, ein Reisender, ins slowenische Land, sagen die Leute zu seinem Begleiter: ‘Führe ihn dorthin, wo unser Land am schönsten, am reichsten ist und wo unsere Sprache am herzlichsten, am freimütigsten mit der Wahrheit ist. Dort soll er sich ein Bild davon machen, wo wir sind und wo wir leben. Führe ihn nach Bled."

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Wir möchten Sie gerne zu einem Besuch einladen. Informieren Sie sich und wählen Sie die Art von Besuch, die Ihnen am besten zusagt. Sie können Ihren Besuch in Gänze planen. Bei der Besichtigung der Burginhalte ist der Audioguide eine große Hilfe.